Zur Person

Ovale Erkennungsmarke Modell 1915 aus Zinkblech. Otto Mohr, Aurich.
 
Erkennungsmarken gab es bereits vor dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Die in der Umgangssprache auch „Hundemarken“ genannten Plaketten enthielten Angaben zur Person des Soldaten und waren vor allem zur Identifizierung der Gefallenen wichtig. Sie wurden auch 1914 bei Mobilmachung ausgegeben und sollten vom Soldaten vorschriftsmäßig an einer Schnur in Landesfarbe (schwarz-weiß in Preußen) um den Hals getragen werden.
Von dieser Praxis wurde anscheinend oft abgewichen. Das Tragen der ovalen Metallmarken aus Zinkblech war auf der Haut unangenehm, so dass sie von vielen Soldaten in einem Brustbeutel mitgeführt wurden. Auch wurde die Marke gerne durch ein Knopfloch des Feldrocks gezogen und innen eingesteckt oder einfach am Hosenträger befestigt. Offiziere hatten sich die Plaketten privat zu beschaffen und ließen sie häufig versilbern und die persönlichen Daten eingravieren. Auf der ersten Form der zu Kriegsbeginn ausgegebenen Erkennungsmarken waren nur die verkürzte Angaben des Truppenteils sowie die Stammrollennummer mittels Schlagzahlen und Buchstaben eingestempelt.

Mit preußischem Erlass vom 28.7.1915 wurde ein verbessertes Muster mit genauen Bestimmungen über die Form und Art der Eintragungen eingeführt. Dies diente zur besseren Identifizierung des Soldaten. Nun waren auf ihr der vollständige Name, der letzte Wohnort, das Geburtsdatum und Angaben zum Truppenteil des Trägers aufgeführt. Zuerst wurde die Bezeichnung des Ersatz-Truppenteils mit der dazugehörigen Stammrollennummer eingetragen. Wurde der Soldat beispielsweise ins Feld zu einem anderen Regiment versetzt, schlug dieses unter dem bisherigen Eintrag seine eigene Bezeichnung und die neue Stammrollennummer ein. Bei weiteren Versetzungen sollte der vorherige Eintrag durchstrichen werden.
 


Otto Mohr wurde am 30. Januar 1886 in Aurich geboren. Bei Kriegsbeginn war er in Kassel in der Mozartstraße 4 wohnhaft. Seine Marke hat noch das originale schwarz-weiße Band. Sie trägt vorschriftsmäßig wie zuvor beschrieben, den Stempel: I.ERS. BATL. J.R. 82. 2.Ers. K. N. 1829 = I. Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 82 – 2. Ersatz-Kompanie sowie die Stammrollennummer 1829. Darunter dann der Stempel des späteren Feldtruppenteils: J.R. 82. 9.K. 597. = Infanterie-Regiment Nr. 82,  9. Kompanie, Stammrollennummer 597. Otto Mohr gehörte dem Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 82 in Göttingen vom 5. bis 18. August 1915 an. Die Marke wurde also in dieser Zeit an ihn ausgegeben. Danach ging er zum Infanterie-Regiment Nr. 82 ins Feld, wo er allerdings nur bis zum Anfang Oktober 1915 blieb. Zu diesem Zeitpunkt erkrankte er an einem Lungenleiden. Dies hatte zur Folge, dass er mit kurzen Unterbrechungen, in denen er zum Ersatztruppenteil nach Göttingen überwiesen wurde, die gesamte restliche Kriegszeit in verschiedenen Lazaretten verbrachte. An den Spätfolgen dieser Erkrankung verstarb Otto Mohr am 26. März 1919 in Berlin.

Mit Verordnung vom 16.11.1916 führte das preußische Kriegsministerium ein neues Muster der Erkennungsmarke ein, die nun zur Bildung einer Sollbruchstelle in der Mitte drei Schlitze aufwies. Diese Marke wurde zur besseren Identifizierung bei Gefallenen durchbrochen, wobei die obere Hälfte mit dem Leichnam bestattet wurde. Jede Hälfte enthielt gleichlautende Angaben zur Person und dem Ersatztruppenteil. Auf der Rückseite wurden nun alle anderen Eintragungen der zukünftigen Feldtruppenteile vorgenommen.
Auch die alte im Jahr 1915 eingeführte Marke sollte dementsprechend abgeändert werden, indem man die Schlitze (allerdings nicht ganz durchbrochen) nachträglich einschlug. Auf der Rückseite dieser Marken wurden die Angaben nun so angebracht, dass sie sich mit denen auf der Vorderseite ergänzten. Die älteren Erkennungsmarken sollten möglichst bald ausgetauscht werden.

Ein letztes im Jahr 1917 eingeführtes Modell glich dem von 1916. Es wurde im unteren Bereich mit einer Bohrung versehen, um diese Hälften beim Einsammeln mit einem Draht oder an einer Schnur aufreihen zu können. Diese hatten nun in etwa die Form, wie sie auch im Zweiten Weltkrieg verwendet wurden. Ein Unterschied bestand später darin, dass man aus Geheimhaltungsgründen auf genaue private Angaben des Trägers verzichtete.

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